Bauen wieder möglich machen - Zuversicht statt Stillstand

Zuversicht ist stärker als jede Krise. Wer Zukunft gestalten will, muss den Weg der Stärken wählen: den Fleiß der Menschen, ihre Ideen und den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Mut vor Angst, Anpacken vor Ausbremsen – diese Haltung zog sich durch den Impuls der baden-württembergischen Bauministerin Nicole Razavi und die anschließende Diskussion bei der Veranstaltung „Bauen mit Zukunft“.

Zu der öffentlichen Dialogveranstaltung hatte die CDU-Landtagsabgeordnete Dr. Natalie Pfau-Weller am 10. Februar 2026 ins Feuerwehrhaus Hochdorf eingeladen. Im Mittelpunkt standen konkrete Fragen rund um das Bauen und Wohnen im ländlichen Raum – von wirtschaftlichen Rahmenbedingungen über Genehmigungsverfahren bis hin zu Standards und Förderinstrumenten.

Razavi machte deutlich, dass gerade beim Bauen ein Übermaß an Regulierung und langwierige Verfahren Fortschritt ausbremsen. Viele Projekte rechneten sich nicht mehr, Investoren, Bauwillige und Vermieter seien zunehmend verunsichert. Weniger Regulierung bedeute dabei nicht weniger Verantwortung, sondern mehr Eigenverantwortung und mehr Vertrauen in die Leistungskraft von Menschen und Unternehmen.

Konkret nannte die Ministerin steuerliche Anreize, bessere Abschreibungsmöglichkeiten, eine Senkung der Grunderwerbsteuer sowie einen möglichst steuerfreien Ersterwerb. Auch Standards – etwa bei energetischen Vorgaben – müssten wieder auf ein vernünftiges Maß zurückgeführt werden. Goldstandards verhinderten Bauen, statt es zu ermöglichen.

Pfau-Weller unterstrich, dass Gesetze allein die Probleme nicht lösen. Erforderlich sei eine ehrliche Aufgabenkritik auf allen Ebenen – ohne Zuständigkeitsdebatten und Schuldzuweisungen. Planungs- und Genehmigungsprozesse müssten insgesamt schneller und klarer werden. Das Verbandsklagerecht wirke dabei als zusätzliche Bremse.

Bereits umgesetzt wurden Vereinfachungen in der Landesbauordnung, unter anderem durch abgesenkte Standards, Anpassungen im Brandschutz und den Wegfall des Widerspruchsverfahrens. Weitere Schritte seien notwendig: ein zügig voranzubringender Landesentwicklungsplan, mehr Beinfreiheit für Kommunen sowie ausreichend Flächen für Wohnen und wirtschaftliche Entwicklung. Starre Zielvorgaben wie ein pauschales Festhalten an „Netto Null“ wurden kritisch gesehen.

Deutlich wurde am Abend: Wer Zukunft sichern will, braucht weniger Hürden, mehr Vertrauen und den Mut zu klaren Entscheidungen – heute, für die kommenden Generationen.