Weiterentwicklung des Kraftwerkstandortes Altbach/Deizisau hin zur Klimaneutralität. Ein Informationsbesuch von Dr. Natalie Pfau-Weller und Bürgermeister Martin Funk.

Als erstes Industrieland will Deutschland bis zum Jahre 2045 klimaneutral sein.
Wie kann dieses Ziel erreicht werden? Wie kann die Energiewende, deren Grundlage der Ausstieg aus der Kohleverstromung ist, vorangetrieben werden? Und welche Rahmenbedingungen muss die Politik dafür schaffen. Als Mitglied im Ausschuss Umwelt, Klima und Energiewirtschaft des Landtags von Baden-Württemberg besuchte die CDU-Abgeordnete Dr. Natalie Pfau-Weller vergangene Woche gemeinsam mit dem Altbacher Bürgermeister Martin Funk den EnBW-Standort Altbach/Deizisau. Dort tauschten sich die beiden Politiker mit Vertretern des Energiekonzerns aus.
Laut dem Kohleausstiegsgesetz von 2020 sollen Kohlekraftwerke in Deutschland bis spätestens 2038 abgeschaltet werden. Das betreffe also mittelfristig auch die Kraftwerksblöcke in Altbach, erläuterte der Betriebsleiter Wolfgang Sailer. Ersatzlos könne das aber nicht geschehen, wenn für die Region auch weiterhin eine sichere Strom- und Fernwärmeversorgung sichergestellt sein solle. „Daher wollen wir als Ersatz für die beiden Steinkohleblöcke mit dem Neubau einer Gas- und Dampfturbinenanlage (GuD) über einen sogenannten Fuel Switch den Brennstoff Kohle zunächst durch das klimafreundlichere Erdgas ersetzen.
Dieser Wechsel zu Erdgas bilde die Brücke auf dem Weg zu grünen Gasen wie regenerativ erzeugtem Wasserstoff, führt Andreas Pick, Gesamtprojektleiter Fuel Switch Altbach/Deizisau weiter aus. „Die flexibel steuerbare Anlage ist ein wichtiger Bestandteil der Energiewende in Baden-Württemberg. Sie sichert neben klimaschonender Stromversorgung auch langfristig die Fernwärmeversorgung in der Region und ermöglicht es die Kraftwerkstradition am Standort fortzusetzen.“



Dr. Pfau-Weller betonte, wie wichtig Erdgas als Brückentechnologie für die Versorgungssicherheit sei. Sie zeigte sich beeindruckt, dass der Kraftwerksstandort Altbach/Deizisau von Erdgas auf „grünen“ Wasserstoff umgestellt werden kann, sobald dieser in ausreichendem Maß zur Verfügung steht, um CO2-neutral Strom und Fernwärme zu produzieren. Sozusagen ein nahtloser Übergang von Erdgas auf Wasserstoff.
Die CDU-Politikerin wünsche sich auf dem Weg in ein klimaneutrales Zeitalter ein Miteinander von Politik und Industrie. „Hier darf Politik nicht nur Ziele vorgeben, sondern muss auch Weichen stellen. Genehmigungsverfahren zum Beispiel müssen vereinfacht und beschleunigt werden“, so Dr. Pfau-Weller.
Nach einer interessanten Führung durch die Kraftwerksanlagen durch Andreas Faigle waren sich die Gesprächspartner darüber einig, dass der begonnene, sehr konstruktive und fachliche Dialog fortgesetzt werden sollte.

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